Dienstag, 7. Februar 2012

Gottschalk Live

Ich habe den deutlichen Eindruck, dass ich nicht zur Zielgruppe der neuen Vor-Nachrichtensendung im Ersten gehöre. Leider ist mir nur nicht klar, ob ich zu alt, zu jung oder einfach nur zu intellektuell dafür bin.

Die gestrige Auswahl der nervigsten Infos, die ohnehin schon tagsüber durch's Internet liefen, war eigentlich nur der Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen brachte. Den fünf Koreanern, die "Take On Me" auf dem Akkordeon spielen, konnte man ja weder bei NewsRepublic noch auf Twitter entgehen. Was kommt als nächstes? "Hells Bells" auf der Blockflöte?

Ein Einschub für die Digital Natives: "Hells Bells" ist ein 70er-Jahre Song einer australischen Kapelle namens AC/DC. Die waren sowas wie die Bloodhound Gang, nur lauter, härter und dreckiger.

Was für meinen Geschmack aber gar nicht geht, ist, wenn jemand eine deutsche Boulevard-Nachrichtensendung macht, der in Amerika lebt. Dadurch degeneriert die ganze Show zu einer Fettnapf-Suchmaschine ("Anette" Engelke, "Tiefdruckgebiete haben immer weibliche Vornamen", ... die Liste wird bestimmt fortgesetzt).

Der peinliche Rest der Show besteht aus Promis, die ihre neuesten Bücher, Filme oder Schuhe vorstellen - wie "Wetten, dass", nur ohne Wetten.

Fazit: 30 Minuten des Tages für wichtige Dinge, wie etwa Geschirrspülen, gewonnen.