Samstag, 24. November 2012

Faszinierend unspektakulär

Eigentlich wollte ich mir 'nur' die neu gestaltete LZ 129-Ausstellung im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen ansehen. Viel geändert hat sich nicht. Die Exponate wurden neu angeordnet und seit meinem letzten Besuch 2007 ist die "Wunderkammer" hinzugekommen.

So war noch reichlich Zeit für die Wechselausstellung. Die wiederholte Erwähnung von Andreas Feininger auf verschiedenen Plakaten lockte mich zusätzlich. Tatsächlich ist Feininger aber noch nicht dran. Stattdessen zeigt das Museum gegenwärtig und bis zum 27. Januar Fotos von Anton Stankowski.

Das erste Foto ließ mich die Stirn runzeln: Kontrastarm und sehr eigenwillig angeschnitten war mein Gedanke: "Na, das würde in der fc aber gewaltig durchfallen." Wenn man sich aber auf die Bilder einlässt, merkt man, dass es hier nicht um herausragende Bilder geht. Stankowski zeigte in meinen Augen einen bemerkenswerten Blick für banale Alltäglichkeiten, die er nicht einmal besonders inszeniert hat. Etliche Bilder wirken wie Schnappschüsse, andere wie willkürlich geschnitten. Eines haben aber alle (ok, die meisten) gemeinsam: Sie fesseln meinen Blick und laden mich dazu ein, mich mehr als nur ein paar Sekunden auf sie einzulassen. Sie wirken auf mich vor allem durch die Kombination aus unbunter Fotografie mit dem zumeist fast-quadratischen Format.

Mein Fazit: Ich finde Stankowskis Werk ausgesprochen inspirierend.
 
Gruß
Uwe

Dienstag, 1. Mai 2012

Was ein Drache wissen sollte…

Auch nach der Lektüre des dritten Teils von G. A. Aiken (a. k. a. Shelly Laurenston) Dragon-Kin-Reihe „What A Dragon Should Know” ("deutsch" „Dragon Touch”) ist mir nicht klar ob die Zielgruppe eher männlich oder weiblich ist. Sicher bin ich mir nur, dass ich auch die weiteren Bände lesen werde.

Selten habe ich Fantasy gleichzeitig so erotisch, spannend und urkomisch erlebt wie bei dieser Reihe. Während in den beiden ersten Teilen hauptsächlich gekämpft und gevögelt wurde, kommt nun auch noch eine politische Komponente in die Welt der Drachen und Menschen. Die Götter der Welt mit den zwei Sonnen mischen sich tüchtig ein und nur mit Gewalt können Anwylls Kinder diesmal nicht gerettet werden.

Mir ist es an jedem Abend schwer gefallen, das Buch zur Seite zu legen und ich habe gelesen, bis mir die Augen zugefallen sind. Ein Lesetipp, auch deshalb, weil man die beiden ersten Bücher nicht kennen muss, um der Story zu folgen.

Gruß Uwe

Sonntag, 15. April 2012

Night of the Living Trekkies

»Horror ist das Genre, das nie ausstirbt.« Mit diesem George-Andrew-Romero-Zitat wird eines der lustigsten Bücher eingeleitet, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Zumindest alle, die jede einzelne Star-Trek-Folge und die Spielfilme mitsingen können, werden ihren Spaß haben. Die flüssig und spannend geschriebene Story wimmelt von Anspielungen auf, auch weniger bekannte, Szenen aus „Star-Trek” (und gelegentlich auch anderen Kultfilmen, u. a. natürlich „Star Wars”). Dabei gerät die Handlung nie ins Lächerliche, aber ganz schön absurd wird es mitunter schon.

Wer also seine Lieblingsserie nicht für sakrosankt hält und ein gut trainiertes Zwerchfell besitzt, sollte diesen Spaß nicht verpassen.

Gruß Uwe

P. S.: Nein, ich werde nicht verraten, ob das Rothemd diesmal überlebt…

Dienstag, 10. April 2012

Klein aber...

Wie? Ein neuer Roman von Michael Crichton? Tales from the Grave?

Anscheinend ist einem Autoren namens Richard Preston ein Exposé bzw. Fragment in die Hand gedrückt worden mit der Bitte, es zu beenden. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ihm gelungen. Seit Timeline war ich von einer Crichton-Story nicht mehr so gefesselt wie von Micro.

Die Story (ein paar Leute schrumpfen auf Pfenniggröße und kämpfen ums Überleben - Alice in Jurassic Wonderland) mag schon seit den Fünfzigern nicht mehr neu sein, aber natürlich darf man von Crichton mehr erwarten und Preston hält dieses Versprechen. Den technischen Rahmen zu glauben ist anstrengend, selbst wenn dem Autor nach der halben Strecke allerlei physikalische Ungereimtheiten bemerkt und anmerkt, diese aber nicht zu erklären versucht. Es ist halt ein SF-Roman und kein Physikbuch. ;)

Die Story ist dafür spannend und ohne Längen erzählt. Manchmal hätte ich mir sogar etwas mehr Details gewünscht, aber anscheinend wollte man hier Rücksicht auf Leser mit schwachen Mägen nehmen. Worauf es außerdem ankommt, sind natürlich die zahlreichen biologischen Details, die die Handlung sehr lebendig wirken lassen.

Nach gut 400 Seiten war ich fast ein wenig enttäuscht, dass es schon vorbei war. Danke Mr. Preston, dass Sie uns diesen letzten Gruß des Meisters überbracht haben.


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Dienstag, 7. Februar 2012

Gottschalk Live

Ich habe den deutlichen Eindruck, dass ich nicht zur Zielgruppe der neuen Vor-Nachrichtensendung im Ersten gehöre. Leider ist mir nur nicht klar, ob ich zu alt, zu jung oder einfach nur zu intellektuell dafür bin.

Die gestrige Auswahl der nervigsten Infos, die ohnehin schon tagsüber durch's Internet liefen, war eigentlich nur der Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen brachte. Den fünf Koreanern, die "Take On Me" auf dem Akkordeon spielen, konnte man ja weder bei NewsRepublic noch auf Twitter entgehen. Was kommt als nächstes? "Hells Bells" auf der Blockflöte?

Ein Einschub für die Digital Natives: "Hells Bells" ist ein 70er-Jahre Song einer australischen Kapelle namens AC/DC. Die waren sowas wie die Bloodhound Gang, nur lauter, härter und dreckiger.

Was für meinen Geschmack aber gar nicht geht, ist, wenn jemand eine deutsche Boulevard-Nachrichtensendung macht, der in Amerika lebt. Dadurch degeneriert die ganze Show zu einer Fettnapf-Suchmaschine ("Anette" Engelke, "Tiefdruckgebiete haben immer weibliche Vornamen", ... die Liste wird bestimmt fortgesetzt).

Der peinliche Rest der Show besteht aus Promis, die ihre neuesten Bücher, Filme oder Schuhe vorstellen - wie "Wetten, dass", nur ohne Wetten.

Fazit: 30 Minuten des Tages für wichtige Dinge, wie etwa Geschirrspülen, gewonnen.