Dienstag, 10. April 2012

Klein aber...

Wie? Ein neuer Roman von Michael Crichton? Tales from the Grave?

Anscheinend ist einem Autoren namens Richard Preston ein Exposé bzw. Fragment in die Hand gedrückt worden mit der Bitte, es zu beenden. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ihm gelungen. Seit Timeline war ich von einer Crichton-Story nicht mehr so gefesselt wie von Micro.

Die Story (ein paar Leute schrumpfen auf Pfenniggröße und kämpfen ums Überleben - Alice in Jurassic Wonderland) mag schon seit den Fünfzigern nicht mehr neu sein, aber natürlich darf man von Crichton mehr erwarten und Preston hält dieses Versprechen. Den technischen Rahmen zu glauben ist anstrengend, selbst wenn dem Autor nach der halben Strecke allerlei physikalische Ungereimtheiten bemerkt und anmerkt, diese aber nicht zu erklären versucht. Es ist halt ein SF-Roman und kein Physikbuch. ;)

Die Story ist dafür spannend und ohne Längen erzählt. Manchmal hätte ich mir sogar etwas mehr Details gewünscht, aber anscheinend wollte man hier Rücksicht auf Leser mit schwachen Mägen nehmen. Worauf es außerdem ankommt, sind natürlich die zahlreichen biologischen Details, die die Handlung sehr lebendig wirken lassen.

Nach gut 400 Seiten war ich fast ein wenig enttäuscht, dass es schon vorbei war. Danke Mr. Preston, dass Sie uns diesen letzten Gruß des Meisters überbracht haben.


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Dienstag, 7. Februar 2012

Gottschalk Live

Ich habe den deutlichen Eindruck, dass ich nicht zur Zielgruppe der neuen Vor-Nachrichtensendung im Ersten gehöre. Leider ist mir nur nicht klar, ob ich zu alt, zu jung oder einfach nur zu intellektuell dafür bin.

Die gestrige Auswahl der nervigsten Infos, die ohnehin schon tagsüber durch's Internet liefen, war eigentlich nur der Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen brachte. Den fünf Koreanern, die "Take On Me" auf dem Akkordeon spielen, konnte man ja weder bei NewsRepublic noch auf Twitter entgehen. Was kommt als nächstes? "Hells Bells" auf der Blockflöte?

Ein Einschub für die Digital Natives: "Hells Bells" ist ein 70er-Jahre Song einer australischen Kapelle namens AC/DC. Die waren sowas wie die Bloodhound Gang, nur lauter, härter und dreckiger.

Was für meinen Geschmack aber gar nicht geht, ist, wenn jemand eine deutsche Boulevard-Nachrichtensendung macht, der in Amerika lebt. Dadurch degeneriert die ganze Show zu einer Fettnapf-Suchmaschine ("Anette" Engelke, "Tiefdruckgebiete haben immer weibliche Vornamen", ... die Liste wird bestimmt fortgesetzt).

Der peinliche Rest der Show besteht aus Promis, die ihre neuesten Bücher, Filme oder Schuhe vorstellen - wie "Wetten, dass", nur ohne Wetten.

Fazit: 30 Minuten des Tages für wichtige Dinge, wie etwa Geschirrspülen, gewonnen.

Samstag, 12. November 2011

Rückkehr nach Buchhaim

Der größte Schriftsteller Zamoniens in einer Schaffenskrise — Hildegunst von Mythenmetz hat das Orm verloren. Da hilft nur eins: Er muss in die Stadt der träumenden Bücher zurückkehren!

Sein erster Besuch endete ja bekanntlich vor 200 Jahren mit einer großen Katastrophe. Seine neuen Begegnungen mit Buchlingen, Eydeeten, Schrecksen und Haifischmaden verlaufen zwar nicht so spektakulär und Action-geladen wie beim letzten Mal, aber Moers gewinnt das Herz seiner Leser mit mehr Wortwitz und hintersinnigem Humor als je zuvor. (Was natürlich nicht ganz stimmt, denn Moers übersetzte natürlich nur Mythenmetz' Werk aus dem Zamonischen).

Auch diesmal macht es wieder großen Spaß, die Anagramme der Künstlernamen zu restaurieren. Vor allem aber fand ich die Pointe ausgesprochen überraschend. Das Ende kommt sehr plötzlich (stimmt natürlich auch nicht ganz, denn man sieht ja, dass keine Seiten mehr übrig sind) und ist doch stimmig und gut platziert.

Definitiv ein Lesetipp! Vielleicht nicht der spektakulärste, aber für mich bisher der schönste Zamonien-Roman.

Freitag, 28. Oktober 2011

Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn


Ich habe einen unterhaltsamen Nachmittag mit den Helden meiner Kindheit im Kino verbracht. :)

„Die Abenteuer von Tim und Struppi” erzählt zwar streng genommen keine aus den Alben bekannte Geschichte, ist dafür aber unterhaltsames Action-Kino mit einem brillianten Daniel Craig als schurkischem Red Rackham/Sakharin. Die Computeranimation sorgt nicht nur für erstaunliche Tricks (ein Fechtkampf mit Ladekränen ist mal was Neues), sondern auch dafür, dass die Charaktere aussehen wie von Hergé gezeichnet.

Die Geschichte ist temporeich umgesetzt und erinnert immer wieder an Indiana Jones oder James Bond. 
Der Film besteht im Wesentlichen aus den Handlungen von „Le Secret de La Licorne” und „Le crabe aux pinces d´or”. Die Kombination ist nicht aus der Luft gegriffen, denn in letzterem Abenteuer lernen sich Tintin und Haddock kennen. Tournesol taucht zwar in „Le Trésor de Rackham le Rouge” zum ersten Mal auf, aber aus diesem Band werden nur die letzten Seiten verwendet, anscheinend nicht genug für einen Hauptcharakter der Serie.


Die Figur des Tintin gibt eigentlich nicht so schrecklich viel Mimik her, da kann auch Jamie Bell nichts machen. Dafür ‚lebt‘ Milou ausschließlich und durchaus sympathisch durch die CGI. Andy Serkis (Gollum) als Cpt. Haddock fand ich, trotz seiner Stop-Motion-Erfahrung nicht so doll, aber Daniel Craig war fantastisch. Die Nebenfiguren kommen sehr Comic-haft rüber. Sehr viel Mühe wurde interessanterweise auf die Statisten verwendet.


Meine Meinung: Nicht nur was für Fans. ;)